Graffiti in der gesellschaftlichen Kontroverse

Graffiti in der gesellschaftlichen Kontroverse

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Inhaltsangabe:Einleitung: Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht Graffiti aus gesellschaftspolitischer Sicht. Insbesondere illegale Graffiti sind ein gesellschaftlich umstrittenes Thema und gehApren dennoch zu jedem internationalen Stadtbild. Trotzdem ist Graffiti ein PhAcnomen, das sich allein mit der Gegebenheit SachbeschAcdigung oder Nicht-SachbeschAcdigung bzw. Kunst oder Nicht-Kunst nicht ausreichend erklAcren lAcsst. Nahezu tAcglich wird in der Tageszeitung in einem Artikel A¼ber das PhAcnomen berichtet und indiziert auf diese Weise die Brisanz des Themas. Dabei wird durch einzelne Berichterstattungen der Eindruck vermittelt, dass es sich nur um reinen ZerstAprungswillen von Vandalen handelt. Doch was verbirgt sich hinter diesen wirren Zeichen, SprA¼chen und scheinbaren Kritzeleien? Was bewegt die Verursacher dazu, diese zu setzten? Graffiti ist fA¼r viele Jugendliche Ausdruck einer Jugendkultur. Sie identifizieren sich mit dem mit Graffiti verbundenen LebensgefA¼hl. Ungeachtet vieler Hindernisse und wissentlich drohender Konsequenzen sowie die geflissentliche SchAcdigung der eigenen Gesundheit, verfolgen die illegal agierenden SprA¼her unbeirrt ihre AktivitActen. Doch welche Motivation verbirgt sich hinter dem Fortfahren der AusA¼bungen? Dazu werden in dieser Arbeit u.a. die gesellschaftlichen, psychologischen und soziologischen HintergrA¼nde fA¼r die Entstehung von Graffiti betrachtet. Im Berliner Stadtbild existiert diese Erscheinung nicht erst seit kurzem, sondern entwickelt sich seit lAcngerem. Daher kann hinsichtlich des PhAcnomens Graffiti auf eine Vielzahl von Reaktionen des Landes Berlin bzw. des Bundes Bezug genommen werden. Dazu bedarf es der ErklAcrung des PhAcnomens Graffiti, hinsichtlich der Betrachtung des historischen Hintergrunds und der Differenzierung der unterschiedlichen GraffitiausprAcgungen, um die verschiedenen LApsungsansActze zu verstehen. Es sind deshalb einige ErlAcuterungen zu spezifischen Begrifflichkeiten hilfreich. Die Hauptproblematik von Street-Art, dem Oberbegriff fA¼r jegliche Kunst im Apffentlichen Raum, besteht in der fehlenden Zustimmung des Berechtigten, dessen Eigentum eigenmAcchtig verAcndert wird sowie der akzeptierten SchAcdigung und die bewusste Ingefahrbegebung seitens der Verursacher. PrekAcr erscheint allerdings, dass die IllegalitAct einen integralen Bestandteil der Graffitikultur darstellt und sich daher der Apffentlichen Sicherheit und Ordnung widersetzen muss. Angesicht der Massen-Erscheinung von Graffitizeichen in der Stadt und der sich jAchrlich wiederholenden Schadenssumme von mehreren Millionen Euro, kApnnte gemeint werden, es wA¼rde seitens der BevAplkerung nichts getan. Doch dem PhAcnomen stellen sich einige engagierte BA¼rger zusammen mit der Politik und der Marktwirtschaft aktiv entgegen, die sich die ungenehmigten und ordnungsuntergrabenen Zeichensetzungen als Eingriffe in das Stadtbild nicht bieten lassen wollen. Im Rahmen des Hintergrundgedankens des aktivierenden Staates, hat sich das VerstAcndnis der Staatsaufgaben zugunsten der vorrangigen Selbstregulierung gesellschaftlicher KrAcfte (Einzelner, Gruppen, VerbAcnde) als auch des Marktes vor staatlicher Steuerung oder AufgabenA¼bernahme gewandelt. Durch das Leitbild des aktivierenden Staates erfolgt ent-sprechend den verAcnderten gesellschaftlichen Bedingungen eine gewollte Verantwortungsteilung zwischen den Sektoren Staat, Marktwirtschaft und Zivilgesellschaft. Das bedeutet, in Form direkter Partizipation bzw. Selbsthilfe gibt es eine aufsteigende Bereitschaft von BA¼rgern, die die Durchsetzung ihrer Interessen eigenverantwortlich A¼bernehmen. Durch den kontrollierten RA¼ckzug des Staates zu einer neuen Verantwortungsverlagerung, wird Raum fA¼r Eigeninitiativen, Selbstorganisationen und Selbstbestimmung engagierter BA¼rger gewAchrleistet, die sowohl gegen als auch zu den GraffitiaktivitActen stehen. Die gegensActzlichen Ansichten bezA¼glich illegaler Zeichensetzung reichen von Schmiererei bis Kunstwerk. Einerseits existieren BefA¼rworter, die Graffiti als urbane Kunstrichtung verstehen und es insbesondere als Ausdrucksform einer Jugendkultur hervorheben. Es gilt als jugendkulturelle StrApmung, die Bestandteil einer gegenwAcrtigen Jugendbewegung ist. Daher ist die Einbeziehung jugendsoziologischer Aspekte zur Untersuchung des Konflikts angebracht. Die Gegner argumentieren andererseits, Graffiti sind Schmierereien und SachbeschAcdigungen, durch die das Stadtbild verwahrlost. Sie sind ein Zeichen mangelnder Akzeptanz von Rechtsnormen und Wertevermittlung. Diese kontrAcren Meinungen rufen unterschiedliche Reaktionen gesellschaftlicher KrAcfte hervor. Je nach Standpunkt werden verschiedene PrAcventionsstrategien zur Zielerreichung favorisiert. Wie sich diese ungleichen gesellschaftlichen Gegenreaktionen der engagierten Zivilgesellschaft AcuAŸern, soll in Rahmen dieser Arbeit dargestellt werden. Der Staat A¼bernimmt in der neuen Verantwortungsteilung die Rolle des Aktivierenden, der gesellschaftliche Eigenkraft erweckt, unterstA¼tzt und den Rahmen vorgibt. Die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Aufgaben besteht aus Kooperation und Koproduktion. So soll das Engagement des aktivierenden Staates mit dem des BA¼rgerlichen verbunden werden. Staatliche MaAŸnahmen sollen bezugnehmend auf dieses MassenphAcnomen und unter BerA¼cksichtigung der Jugendkultur sowie das Zusammenwirken mit der Zivilgesellschaft und Wirtschaft aufgezeigt werden. Um die wirtschaftliche VerantwortungsA¼bernahme im Zuge der Verantwortungsverschiebung zu untersuchen, ist die Apkonomische Infrastruktur zu betrachten, um zu belegen, inwieweit marktwirtschaftliche KrAcfte ihre Verantwortung im Rahmen der Teilung wahrnehmen. AbschlieAŸend werden aufgrund der A„nderungen der strafrechtlich relevanten Paragrafen die Standpunkte der Fraktionen des Bundestags hinsichtlich der StrafrechtsAcnderung dargestellt. Es wird gezeigt, inwieweit die Tatsache, dass es sich um eine Ausformung einer Jugendkultur handelt, RA¼cksicht findet. Gang der Untersuchung: Begonnen wird mit der Beschreibung der Graffiti-Szene. Dem schlieAŸt sich eine sozial-psychologisch orientierte Darstellung der GrA¼nde fA¼r die Graffiti-AktivitAct an. Im Kapitel Nr. 4 wird die gesellschaftliche Kontroverse dargestellt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem bA¼rgerlichen Engagement. Die staatlichen und wirtschaftlichen Anstrengungen werden in dem Kapitel Nr. 6 und Nr. 7 untersucht. Kapitel Nr. 5 fA¼hrt die Besonderheit der Aspekte der sich im Hintergrund von Graffiti verbergenden Jugendkultur aus. In dem Kapitel Nr. 7 werden die unterschiedlichen Stellungnahmen und Positionen der Bundestagsfraktionen behandelt. Inhaltsverzeichnis: Inhaltsverzeichnis 1.EINLEITUNG1 2.GRAFFITI11 2.1BEGRIFFSDEFINITION UND ETYMOLOGIE VON GRAFFITI11 2.2KOMMUNIKATIONSFORM GRAFFITI12 2.3GRAFFITI UND AMERICAN GRAFFITI13 2.3.1Entstehungsgeschichte des american Graffitis14 2.3.2Graffiti-Entwicklung in Deutschland15 2.3.3Graffiti-Entwicklung in Berlin16 2.4STRUKTUR DER SPRAœHERSZENE17 2.4.1SprA¼herstruktur17 2.4.2Differenzierung von SprA¼hertypen18 2.4.2.1Typ 1, der harte Kern 19 2.4.2.2Typ 2, der GelegenheitssprA¼her19 2.4.2.3Typ 3, die Sympathisanten19 2.4.3SprA¼hergruppen/ Crews20 2.5DIFFERENZIERUNG VON LEGALEN UND ILLEGALEN GRAFFITI21 2.5.1Legale Graffiti21 2.5.2Illegale Graffiti21 2.5.3Kontroverse legale FlAcchen24 2.6SUBFORMEN DES AMERICAN GRAFFITIS25 2.6.1Sticker- und Plakat-Graffiti26 2.6.2Fensterscheiben-Graffiti27 2.6.3SAcure-Graffiti28 2.6.4Schablonen-Graffiti29 2.7ZIEL DER GRAFFITI-SPRAœHER29 2.7.1Fame durch QuantitAct30 2.7.2Fame durch QualitAct31 3.SOZIALPSYCHOLOGISCHE MOTIVATIONSGRAœNDE FAœR DIE GRAFFITIAKTIVITA„T32 3.1EXPERTISE/ KOMPETENZORIENTIERUNG33 3.2POSTIVE EMOTIONEN/ FLOW33 3.3KREATIVITA„T33 3.4GRUPPENGEFAœHL35 3.5RUHM/ PERFORMANCEORIENTIERT36 3.6LEBENSSINN36 3.7ERREGUNGSSUCHE/ GRENZERFAHRUNG37 3.8PROTEST37 4.BAœRGERLICHES ENGAGEMENT38 4.1A–FFENTLICHE POSITION38 4.1.1Broken-Windows-Theorie39 4.1.2Graffiti-Akzeptanz39 4.2BAœRGERINITIATIVEN41 4.2.2Das 7-Stufenmodell zur Entstehung einer BA¼rgerinitiative43 4.2.3Aktionsformen der BA¼rgerinitiativen44 4.3NOFITTI E. V., BAœRGERINITIATIVE ZUR RETTUNG DES BERLINER STADTBILDES45 4.3.1Erster und zweiter Internationaler Anti-Graffiti-Kongress46 4.3.2Null-Toleranz-Strategie47 4.3.3HAcrtere Bestrafung47 4.4INITIATIVE GRAFFITI IST KEIN VERBRECHEN48 5.JUGENDKULTUR49 5.1WERTE UND NORMEN50 5.2JUGENDSOZIOLOGISCHE BEDEUTUNG DER SZENE50 5.2.1IdentitActsphase51 5.2.2Aneignungsgeste52 6.STAATLICHE MAAŸNAHMEN52 6.1REPRESSIVE MAAŸNAHMEN53 6.1.1Gemeinsame Ermittlungsgruppe Graffiti in Berlin53 6.1.2Staatsanwaltschaft54 6.1.3Das 39. StrafrechtsAcnderungsgesetz55 6.2HANDLUNGSMA–GLICHKEITEN DER PRA„VENTION56 6.2.1Die 3-stufige PrAcventionstheorie56 6.2.2Diversionsverfahren57 6.3BERLINER AKTIONSPLAN GRAFFITI 60 6.3.1Schadenswiedergutmachung62 6.3.2Der Opferfonds-Graffiti63 6.4BESEITIGUNGSPFLICHT DER EIGENTAœMER64 7.MARKTWIRTSCHAFTLICHE VERANTWORTUNGSWAHRNEHMUNG66 7.1IMMOBILIENBRANCHE66 7.2A–FFENTLICHER PERSONENNAHVERKEHR66 7.2.1Deutsche Bahn AG68 7.2.2S-Bahn GmbH69 7.3PRA„VENTIVES PROJEKT JUGEND UND GRAFFITI 69 7.3.1Projektbeschreibung70 7.3.2Projektergebnisse71 7.3.2.1Wissensebene71 7.3.2.2Einstellungsebene72 7.3.2.3Verhaltensebene73 7.4A–KONOMIE IM HINTERGRUND74 7.4.1FarbsprA¼hdosen- Industrie75 7.4.2SzenelAcden und Internethandel76 7.4.3Chemische Reinigungsindustrie76 7.4.4Vermarktung76 7.4.5Auftragsarbeit/ Agenturen77 8.STELLUNGNAHME/ POSITIONEN DER BUNDESTAGSFRAKTIONEN77 8.1STELLUNGNAHME DER FDP-BUNDESTAGSFRAKTION77 8.2POSITION DER CDU/ CSU- BUNDESTAGSFRAKTION78 8.3POSITION DER SPD- BUNDESTAGSFRAKTION78 8.4POSITION DER BAœNDNIS 90/ DIE GRAœNEN- BUNDESTAGSFRAKTION79 8.5POSITION DER NEUEN LINKEN- BUNDESTAGSFRAKTION80 9.FAZIT81 10.ANHANG87 11.LITERATURVERZEICHNIS91 Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: Inhaltsverzeichnis 1.EINLEITUNG1 2.GRAFFITI11 2.1BEGRIFFSDEFINITION UND ETYMOLOGIE VON GRAFFITI11 2.2KOMMUNIKATIONSFORM GRAFFITI12 2.3GRAFFITI UND AMERICAN GRAFFITI13 2.3.1Entstehungsgeschichte des american Graffitis14 2.3.2Graffiti-Entwicklung in Deutschland15 2.3.3Graffiti-Entwicklung in Berlin16 2.4STRUKTUR DER SPRAœHERSZENE17 2.4.1SprA¼herstruktur17 2.4.2Differenzierung von SprA¼hertypen18 2.4.2.1Typ 1, der harte Kern 19 2.4.2.2Typ 2, der GelegenheitssprA¼her19 2.4.2.3Typ 3, die Sympathisanten19 2.4.3SprA¼hergruppen/ Crews20 2.5DIFFERENZIERUNG VON LEGALEN UND ILLEGALEN GRAFFITI21 2.5.1Legale Graffiti21 2.5.2Illegale Graffiti21 2.5.3Kontroverse legale FlAcchen24 2.6SUBFORMEN DES AMERICAN GRAFFITIS25 2.6.1Sticker- und Plakat-Graffiti26 2.6.2Fensterscheiben-Graffiti27 2.6.3SAcure-Graffiti28 2.6.4Schablonen-Graffiti29 2.7ZIEL DER GRAFFITI-SPRAœHER29 2.7.1Fame durch QuantitAct30 2.7.2Fame durch QualitAct31 3.SOZIALPSYCHOLOGISCHE MOTIVATIONSGRAœNDE FAœR DIE GRAFFITIAKTIVITA„T32 3.1EXPERTISE/ KOMPETENZORIENTIERUNG33 3.2POSTIVE EMOTIONEN/ FLOW33 3.3KREATIVITA„T33 3.4GRUPPENGEFAœHL35 3.5RUHM/ PERFORMANCEORIENTIERT36 3.6LEBENSSINN36 3.7ERREGUNGSSUCHE/ GRENZERFAHRUNG37 3.8PROTEST37 4.BAœRGERLICHES ENGAGEMENT38 4.1A–FFENTLICHE POSITION38 4.1.1Broken-Windows-Theorie39 4.1.2Graffiti-Akzeptanz39 4.2BAœRGERINITIATIVEN41 4.2.2Das 7-Stufenmodell zur Entstehung einer BA¼rgerinitiative43 4.2.3Aktionsformen der BA¼rgerinitiativen44 4.3NOFITTI E. V., BAœRGERINITIATIVE ZUR RETTUNG DES BERLINER STADTBILDES45 4.3.1Erster und zweiter Internationaler Anti-Graffiti-Kongress46 4.3.2Null-Toleranz-Strategie47 4.3.3HAcrtere Bestrafung47 4.4INITIATIVE GRAFFITI IST KEIN VERBRECHEN48 5.JUGENDKULTUR49 5.1WERTE UND NORMEN50 5.2JUGENDSOZIOLOGISCHE BEDEUTUNG DER SZENE50 5.2.1IdentitActsphase51 5.2.2Aneignungsgeste52 6.STAATLICHE MAAŸNAHMEN52 6.1REPRESSIVE MAAŸNAHMEN53 6.1.1Gemeinsame Ermittlungsgruppe Graffiti in Berlin53 6.1.2Staatsanwaltschaft54 6.1.3Das 39. StrafrechtsAcnderungsgesetz55 6.2HANDLUNGSMA–GLICHKEITEN DER PRA„VENTION56 6.2.1Die 3-stufige PrAcventionstheorie56 6.2.2Diversionsverfahren57 6.3BERLINER AKTIONSPLAN GRAFFITI 60 6.3.1Schadenswiedergutmachung62 6.3.2Der Opferfonds-Graffiti63 6.4BESEITIGUNGSPFLICHT DER EIGENTAœMER64 7.MARKTWIRTSCHAFTLICHE VERANTWORTUNGSWAHRNEHMUNG66 7.1IMMOBILIENBRANCHE66 7.2A–FFENTLICHER PERSONENNAHVERKEHR66 7.2.1Deutsche Bahn AG68 7.2.2S-Bahn GmbH69 7.3PRA„VENTIVES PROJEKT JUGEND UND GRAFFITI 69 7.3.1Projektbeschreibung70 7.3.2Projektergebnisse71 7.3.2.1Wissensebene71 7.3.2.2Einstellungsebene72 7.3.2.3Verhaltensebene73 7.4A–KONOMIE IM HINTERGRUND74 7.4.1FarbsprA¼hdosen- Industrie75 7.4.2SzenelAcden und Internethandel76 7.4.3Chemische Reinigungsindustrie76 7.4.4Vermarktung76 7.4.5Auftragsarbeit/ Agenturen77 8.STELLUNGNAHME/ POSITIONEN DER BUNDESTAGSFRAKTIONEN77 8.1STELLUNGNAHME DER FDP-BUNDESTAGSFRAKTION77 8.2POSITION DER CDU/ CSU- BUNDESTAGSFRAKTION78 8.3POSITION DER SPD- BUNDESTAGSFRAKTION78 8.4POSITION DER BAœNDNIS 90/ DIE GRAœNEN- BUNDESTAGSFRAKTION79 8.5POSITION DER NEUEN LINKEN- BUNDESTAGSFRAKTION80 9.FAZIT81 10.ANHANG87 11.LITERATURVERZEICHNIS91 Textprobe:Textprobe: Kapitel 4., BA¼rgerliches Engagement: FA¼r die lokale Demokratie ist bA¼rgerschaftliches Engagement eine elementare Grundlage. Sie kann nur durch Interesse und Mitverantwortung von BA¼rgern lebendig werden, das sich z.B. in der Stellung von Strafanzeigen fA¼r SachbeschAcdigungen durch Farbschmierereien und der konsequenten Verfolgung von zivilrechtlichen AnsprA¼chen zeigt. Der persApnliche Einsatz hat sich entsprechend der gesellschaftlichen Entwicklung gewandelt. Es hat sich tendenziell von den traditionsreichen Organisationen wie Parteien u.a zu neuen Formen der Selbstorganisation in BA¼rgerinitiativen, Selbsthilfegruppen usw. orientiert. BA¼rgerliches Engagement wird im Zuge der gewA¼nschten Verantwortungsteilung mitunter durch BA¼rgerinitiativen realisiert. Die Meinungen gehen in Bezug auf Graffiti weit auseinander. Einerseits werden StrafverschAcrfungen im Sinne der Null-Toleranz gefordert und Graffiti als mangelnde Akzeptanz gegenA¼ber der Rechtsnorm verstanden, andererseits wird nur die kA¼nstlerische Ausdrucksform der Jugendbewegung hervorgehoben, ohne zwischen jugendkulturellem BedA¼rfnis und der straf- sowie zivilrechtlichen BeschAcdigung fremden Eigentums zu differenzieren. Daher besteht die Gefahr der Polarisierung und VerhAcrtung. Die zivilgesellschaftlichen Reaktionen in Form von BA¼rgerinitiativen spiegeln sich in dem Verein Nofitti, aber auch in dem Pro-Graffiti- BA¼ndnis Initiative Graffiti ist kein Verbrechen wieder. Angesichts der enormen Schadenssummen und dem nonkonformistischen Verhalten sind 90 % der Berliner BevAplkerung der Graffiti-Bewegung nicht zugetan und beurteilt Graffiti als provozierende Schmiererei. Nach SchActzungen betrAcgt der materielle Schaden durch Graffiti in Berlin ca. 50 Mio. Euro und in Deutschland ca. 500 Mio. Euro; Mittel, die fA¼r andere AufgabenerfA¼llungen benAptigt werden. Den Hauptanteil haben die Verkehrsbetriebe und HauseigentA¼mer zu tragen. GrundsActzlich ist Graffiti eine SachbeschAcdigung und wird strafrechtlich als Eigentumsdelikt verfolgt. Dabei fA¼hlen sich viele Menschen in ihrer LebensqualitAct beeintrAcchtigt, wenn HAcuser oder der Apffentliche Raum verunstaltet und somit offensichtlich Normen A¼bertreten worden sind. Daneben nimmt das Image der Stadt schaden und kann auf potentielle Investoren abschreckend wirken. SchlieAŸlich werden die Kosten zur Wiederherstellung durch die Steuerzahler, der Nutzer oder der EigentA¼mer getragen. Durch Graffiti-Zeichen wird das subjektive SicherheitsgefA¼hl der BevAplkerung beeintrAcchtigt, weil sie als Form der Verwahrlosung aufgefasst werden. Dazu wird von einigen Verfechtern das ErklAcrungsmodell Broken-Windows herangezogen, das als Metapher zerbrochene Fensterscheiben nutzt. Das Theorem besagt, dass Graffiti als sichtbare Zeichen begangener VerstApAŸe, als Indiz des Verfalls Apffentlicher RAcume gelten. Diese AngstrAcume werden von der Gesellschaft als unbeaufsichtigt bzw. unkontrolliert wahrgenommen. Das SicherheitsgefA¼hl und damit das LebensgefA¼hl sinken. Gebiete, die eine generelle Destabilisierung vorzeigen, durch z.B. baufAcllige GebAcude in Verbindung mit Graffiti, fAprdern die Angst vor KriminalitAct und die Verslummung mit Graffiti beginnt. Die Akzeptanz von Graffiti ist vom Alter und dem sozialem Status abhAcngig. Je Aclter die Menschen, desto eher wird Graffiti abgelehnt. Infolgedessen nennt van Treeck das Zeichen-Setzen als Volkssport der unter 30-jAchrigen . GemAcAŸ der Theorie des amerikanischen Politikwissenschaftlers Ronald F. Inglehart beeinflussen Bedingungen der Jugendzeit die Wertevorstellungen des Menschen. So ist beispielsweise ein Werteunterschied zwischen Generationen, die in einer Mangelwirtschaft aufwuchsen oder der, die in der heutigen A¼bersActtigten Konsumgesellschaft keine Entbehrung dieser Art kennen.... dem Vorjahr.289 2005 hat die S-Bahn Berlin GmbH 4750 Anzeigen wegen Graffiti und Vandalismus aufgegeben. Aœber 60 ... /gewaltpraevention/graffiti/ schadenswiedergutmachung/schadenswiedergutmachung.pdf, Stand: 06.05. 2006, S. 6f.


Title:Graffiti in der gesellschaftlichen Kontroverse
Author: Katrin Kaiser
Publisher:diplom.de - 2007-01-23
ISBN-13:

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